Welche Software nutzen Friseure? Die ehrliche Antwort 2026
Friseure nutzen unterschiedliche Software — von kostenlosen Apps bis All-in-One-Systemen. Wir erklären, worauf es wirklich ankommt und was sich lohnt.
Welche Software nutzen Friseure?
Ehrlich gesagt: viele noch WhatsApp und einen Papierkalender.
Das ist keine Kritik — es funktioniert, solange der Salon klein ist und der Inhaber alles im Kopf hat. Aber sobald mehr als zwei Stylisten da sind, Stammkunden Erwartungen haben und das Finanzamt nach einer TSE-konformen Kasse fragt, wird's eng.
Hier ist, was in deutschen Friseursalons wirklich läuft — und was sich davon lohnt.
Was die meisten Salons gerade nutzen
Viele Inhaber kombinieren drei bis vier verschiedene Tools:
- WhatsApp oder Telefon für Terminanfragen
- Papierkalender oder Excel für die Planung
- Eine separate Kasse — oft ohne TSE
- Handgeschriebene Kundenkarten oder gar nichts
Das kostet jeden Tag Zeit. Und spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung wird die fehlende TSE zum Problem.
Die drei Software-Kategorien, die sich etabliert haben
Nur Terminbuchung
Tools wie Calendly oder BookedIn ermöglichen Online-Buchungen — mehr nicht. Kein Kassensystem, keine Kundenverwaltung.
Für einen Einzelkämpfer, der einfach nur den Kalender digitalisieren will, reicht das kurzzeitig. Sobald Sie aber auch Kundendaten pflegen oder Zahlungen verwalten wollen, stoßen Sie schnell an Grenzen.
Marktplatz-Plattformen
Treatwell, Booksy und Planity bringen über ihren Marktplatz neue Kunden — und nehmen dafür 20 bis 30 Prozent Provision pro Buchung.
Für Neueröffnungen ohne Kundenstamm ist das eine legitime Strategie, um Laufkundschaft zu bekommen. Sobald Sie aber Stammkunden aufgebaut haben, zahlen Sie für die gleichen Leute jeden Monat Provision, die ohnehin zu Ihnen kommen würden. Bei 3.600 Euro Monatsumsatz macht das bis zu 900 Euro aus — jeden Monat.
All-in-One-Systeme
Terminz, Shore und Phorest kombinieren Terminbuchung, Kassensystem, Kundenverwaltung und Mitarbeiterverwaltung in einem System. Feste Monatsgebühr, keine Provision.
Der Unterschied im Alltag: Sie öffnen morgens eine App und sehen alles — wer kommt, was gebucht ist, was in der Kasse war. Kein Wechsel zwischen drei Tools, keine doppelte Datenpflege.
Was im Alltag wirklich einen Unterschied macht
Online-Buchung, die rund um die Uhr funktioniert. Kunden buchen nachts, am Wochenende, zwischen zwei Terminen. Ein System, das Echtzeit-Verfügbarkeit zeigt und automatisch Bestätigungen schickt, reduziert den Telefonstress spürbar.
Automatische Terminerinnerungen. Eine E-Mail 24 Stunden vorher reicht, um No-Shows um 30 bis 40 Prozent zu senken. Das klingt simpel — macht sich aber jeden Monat in der Abrechnung bemerkbar.
TSE-konforme Kasse. Pflicht seit 2020. Wer das ignoriert, riskiert Bußgelder bis 25.000 Euro. Ein Buchungssystem ohne integrierte Kassenfunktion bedeutet ein zweites System und doppelte Arbeit.
Kundenverwaltung. Welche Farbe hatte die Kundin zuletzt? Welche Allergie? Wann war sie das letzte Mal da? Mit vier oder fünf Stylisten lässt sich das nicht mehr im Kopf behalten.
Was Sie vor dem Wechsel fragen sollten
Können Sie Ihre Kundendaten mitnehmen? Nicht bei jedem Anbieter ist der Export kostenlos oder überhaupt möglich. Fragen Sie das explizit.
Ist das Kassensystem dabei? Oder brauchen Sie ein separates System plus TSE-Hardware? Das summiert sich schnell.
Wie lange dauert die Einrichtung? Bei Terminz sind die meisten Salons in unter einer Stunde live — inklusive Mitarbeiter, Dienstleistungen und Preise.
Gibt es deutschsprachigen Support? Klingt banal, macht aber bei technischen Problemen einen echten Unterschied.
Wenn Sie gerade zum ersten Mal digitalisieren: Testen Sie. Terminz, Shore und Timify bieten alle kostenlose Testphasen an — schauen Sie, was sich für Ihren Arbeitsalltag anfühlt.
Wer von Treatwell oder Fresha wechseln will: Bei Terminz ist die Datenmigration kostenlos und dauert meistens unter einer Stunde.