Arbeitszeiterfassung im Salon: Was 2026 Pflicht wird
Friseure, Barbershops, Kosmetik- und Nagelstudios gelten künftig als Risikobranche. Was aufgezeichnet werden muss, wie lange es aufbewahrt wird und was bei einer Kontrolle passiert.
Arbeitszeiterfassung im Salon: Was 2026 Pflicht wird
Jahrelang war es die häufigste Klage im Friseurhandwerk: Der Laden zwei Straßen weiter rechnet anders. Keine angemeldeten Mitarbeiter, Bargeld ohne Beleg, Preise, bei denen sich jeder fragt, wie das aufgehen soll. Die Verbände haben es gesagt, die Innungen haben es gesagt, und lange ist nichts passiert.
Jetzt passiert etwas. Das neue Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz stuft Friseure, Barbershops, Kosmetik- und Nagelstudios ausdrücklich als Risikobranche ein. Der Zoll darf unangemeldet kommen, und er kommt auch.
Der Haken: Das Gesetz unterscheidet an der Ladentür nicht zwischen dem Betrieb, der trickst, und dem, der sich beschwert hat. Die Aufzeichnungspflichten gelten für beide. Lars Klingbeil hat den Sinn der Sache so zusammengefasst: „Der Ehrliche soll nicht der Dumme sein." Damit das stimmt, muss der Ehrliche allerdings nachweisen können, dass er der Ehrliche ist — und zwar auf Papier oder im System, nicht im Gespräch.
Wer muss ab 2026 Arbeitszeiten aufzeichnen?
Jeder Betrieb mit Beschäftigten, und in den genannten Branchen mit besonderer Aufmerksamkeit. Aufzuzeichnen sind Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit, und die Aufzeichnungen müssen zwei Jahre aufbewahrt werden. Bei Verstößen sind Bußgelder bis zu 50.000 Euro vorgesehen.
Dazu kommen zwei Pflichten, die weniger diskutiert werden: die Sofortmeldung neuer Beschäftigter zum Tag des Arbeitsbeginns und die Ausweismitführungspflicht — wer im Salon arbeitet, muss ein Ausweisdokument dabeihaben.
Das ist kein völlig neues Thema. Die grundsätzliche Pflicht, Arbeitszeiten zu erfassen, steht seit der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts von 2022 im Raum. Neu ist, dass sie in diesen Branchen jetzt mit einer Kontrollpraxis unterlegt ist.
Warum ausgerechnet diese vier Branchen
Weil die Zahlen eindeutig sind. Bei einer Schwerpunktprüfung im April 2025 hat der Zoll 334 Betriebe kontrolliert und 194 Strafverfahren eingeleitet. In Stuttgart waren von zehn geprüften Barbershops drei ordentlich angemeldet. In Köln ist inzwischen jeder fünfte Friseurbetrieb ein Barbershop.
Wer daraus liest, dass die ganze Branche unter Verdacht steht, liegt nicht ganz falsch — und genau das ist das Ärgerliche für die 50.000 Salons, die seit Jahren korrekt abrechnen. Der einzige praktikable Umgang damit ist, die Nachweise so zu führen, dass eine Prüfung in zwanzig Minuten erledigt ist statt in zwei Tagen.
Was eine Kontrolle tatsächlich sehen will
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit erscheint ohne Ankündigung. Gefragt wird typischerweise nach: Wer arbeitet hier gerade, seit wann, mit welchem Vertrag, und wo stehen die Arbeitszeiten der letzten Monate.
Ein Ordner mit handschriftlichen Stundenzetteln erfüllt die Anforderung formal. In der Praxis fällt er trotzdem oft durch, weil Zettel nachträglich ausgefüllt aussehen, Einträge fehlen oder drei Mitarbeiter dieselbe Handschrift haben. Eine Aufzeichnung, die erkennbar am selben Nachmittag für ein halbes Jahr entstanden ist, hilft niemandem.
Digital erfasste Zeiten haben hier einen einfachen Vorteil: Sie tragen einen Zeitstempel aus dem Moment, in dem sie entstanden sind.
Was das im Salonalltag heißt
Die meisten Lösungen für Zeiterfassung sind für Büros gebaut. Ein Terminal an der Wand, an dem morgens alle vorbeigehen, funktioniert in einer Werkhalle. Im Salon steht das Ding im Weg, kostet Geld und wird an dem Tag zum Problem, an dem jemand vergisst, sich abzumelden, und die Kollegin es nicht nachtragen darf.
In Terminz läuft die Zeiterfassung über das Gerät, das ohnehin in der Kitteltasche steckt. Jeder Mitarbeiter hat eine eigene Ansicht im Dashboard, das im Browser läuft und für das Handy gemacht ist. Kommen, Gehen, fertig. Kein Wandterminal, keine zusätzliche Hardware, keine App-Installation.
Am Monatsende steht ein Bericht je Mitarbeiter bereit, den die Leitung prüft und freigibt. Damit gibt es einen dokumentierten Zeitpunkt, an dem jemand hingeschaut hat — das ist der Unterschied zwischen einer Sammlung von Daten und einer Aufzeichnung, mit der man vor einem Prüfer bestehen kann.
Die Zeiterfassung ist in beiden Tarifen enthalten, auch im Tarif Komplett ohne Kassenfunktion. Sie hängt nicht an der Kasse und kostet keinen Aufpreis.
Was Terminz hier nicht tut
Damit die Erwartung stimmt: Terminz erfasst Arbeitszeiten und erzeugt den Monatsbericht. Es übernimmt keine Sofortmeldung an die Sozialversicherung, führt keine Lohnabrechnung durch und ersetzt weder Steuerberater noch Lohnbüro. Der Ausweis Ihrer Mitarbeiter bleibt ebenfalls deren Sache.
Was Sie bekommen, ist der Teil, der im Salon täglich anfällt und deshalb sonst liegen bleibt.
Die Verbindung, die viele übersehen
Wer die Arbeitszeiten sauber führt, aber eine Kasse betreibt, die einer Prüfung nicht standhält, hat nur die Hälfte erledigt. FKS und Finanzamt sind zwei Behörden, aber sie schauen auf denselben Betrieb, und beide interessiert dieselbe Frage: Passen die aufgezeichneten Zahlen zu dem, was hier offensichtlich vor sich geht.
Ein Salon mit fünf Stühlen, drei erfassten Arbeitsstunden am Tag und Tagesumsätzen im vierstelligen Bereich erklärt sich schlecht. Umgekehrt genauso. Die beiden Themen gehören zusammen, auch wenn sie in unterschiedlichen Gesetzen stehen.
Häufige Fragen
Gilt die Aufzeichnungspflicht auch für Minijobber? Ja. Für geringfügig Beschäftigte gilt die Aufzeichnung von Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit schon länger. Neu ist die verschärfte Kontrolle in den genannten Branchen.
Muss ich als Einzelunternehmerin ohne Angestellte meine eigene Zeit erfassen? Nein. Die Pflicht bezieht sich auf Beschäftigte. Wer allein im eigenen Salon arbeitet, zeichnet für sich selbst nichts auf.
Reichen handschriftliche Stundenzettel? Formal ja, die Form ist nicht vorgeschrieben. Praktisch tragen Papieraufzeichnungen die Beweislast schlechter, weil ihnen nicht anzusehen ist, wann sie entstanden sind.
Wie lange muss ich die Aufzeichnungen aufbewahren? Zwei Jahre.
Ist die Zeiterfassung in Terminz an die Kasse gebunden? Nein. Sie ist in beiden Tarifen enthalten, auch ohne Kassenfunktion.
Brauchen meine Mitarbeiter ein eigenes Gerät dafür? Sie brauchen einen Browser. Die Mitarbeiteransicht läuft auf dem Handy, das sie ohnehin dabeihaben — ein Wandterminal ist nicht nötig.
Wie die Zeiterfassung im Team eingerichtet wird, steht auf der Seite zur Zeiterfassung. Wer parallel die Kassenseite in Ordnung bringen will, findet die Anforderungen unter TSE-Pflicht für Friseure und im Beitrag zum Kassensystem für Friseure.