NiSV: Warum Ihre Teilnahmebescheinigung nichts mehr wert ist
Seit Januar 2026 reicht der Kursnachweis nicht mehr. Wer Laser, IPL, HIFU oder Kryo anwendet, braucht ein Zertifikat einer akkreditierten Stelle. Was das für Kosmetikstudios heißt.
NiSV: Warum Ihre Teilnahmebescheinigung nichts mehr wert ist
Viele Kosmetikstudios haben in den letzten Jahren einen Kurs besucht, eine Bescheinigung bekommen und sie eingerahmt. Damit war das Thema NiSV für die meisten erledigt.
Seit dem 1. Januar 2026 ist es das nicht mehr. Eine Teilnahmebescheinigung — der Zettel, der bestätigt, dass Sie in einem Kurs saßen — erfüllt die Anforderung nicht länger. Verlangt wird der Nachweis einer akkreditierten Zertifizierungsstelle, die Ihre Fachkunde geprüft und nicht nur Ihre Anwesenheit protokolliert hat.
Der Unterschied klingt nach Formalie. Er entscheidet darüber, ob Sie ein Gerät weiter betreiben dürfen.
Wen es trifft
Jede Person, die am Menschen ein Gerät mit nichtionisierender Strahlung anwendet. In der Praxis:
- Laser — Haarentfernung, Tattooentfernung, Hautbehandlungen
- IPL — die häufigste Anwendung im Kosmetikstudio
- HIFU — hochintensiver fokussierter Ultraschall
- Kryolipolyse — Kältebehandlung
Die Pflicht hängt an der Person, nicht am Studio. Wenn drei Mitarbeiterinnen das IPL-Gerät bedienen, brauchen drei Mitarbeiterinnen den Nachweis. Die Inhaberin kann ihn nicht stellvertretend für das Team führen.
Bei Verstößen sind Bußgelder bis zu 50.000 Euro vorgesehen.
Die zweite Grenze, die ältere ist
Neben der Fachkunde gibt es eine Linie, die sich nicht durch Fortbildung verschieben lässt: den Arztvorbehalt.
Bestimmte Anwendungen dürfen ausschließlich Ärztinnen und Ärzte durchführen. Die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up mit Laser gehört seit Ende 2020 dazu. Auch das Unterspritzen mit Hyaluronsäure ist Kosmetikerinnen untersagt — das Oberlandesgericht Karlsruhe hat das bestätigt, und es geht dabei nicht um ein Bußgeld, sondern um eine Straftat nach dem Heilpraktikergesetz.
Wer sein Angebot zusammenstellt, sollte beide Fragen getrennt beantworten: Darf ich das Gerät bedienen (NiSV), und darf ich diese Behandlung überhaupt anbieten (Arztvorbehalt)?
Was jetzt zu tun ist
- Listen Sie auf, welche Geräte im Studio stehen und wer sie bedient.
- Prüfen Sie für jede Person, ob ein Zertifikat einer akkreditierten Stelle vorliegt — nicht, ob ein Kurs besucht wurde.
- Wo der Nachweis fehlt: Zertifizierung nachholen und das Gerät bis dahin nicht durch diese Person bedienen lassen.
- Legen Sie die Nachweise dorthin, wo Sie sie in fünf Minuten finden. Bei einer Kontrolle wird danach gefragt, nicht danach gesucht.
Was Terminz hier nicht leistet
Klar gesagt: nichts.
Terminz führt keine Behandlungsdokumentation und verwaltet keine Fachkundenachweise Ihres Teams. Wenn Sie nach einer Software suchen, die die NiSV-Dokumentation für Sie übernimmt, ist Terminz dafür heute nicht das richtige Werkzeug.
Wir schreiben diesen Beitrag trotzdem, weil unsere Kundinnen in genau diesen Studios arbeiten und die Frage regelmäßig auftaucht. Ein Verweis auf ein Produkt, das das Problem nicht löst, wäre an dieser Stelle nur im Weg.
Häufige Fragen
Reicht meine Teilnahmebescheinigung von 2023? Nein. Seit dem 1. Januar 2026 wird das Zertifikat einer akkreditierten Zertifizierungsstelle verlangt. Eine reine Teilnahmebescheinigung genügt nicht.
Brauchen alle Mitarbeiterinnen einen eigenen Nachweis? Ja. Die Fachkunde ist personengebunden. Jede Person, die ein betroffenes Gerät anwendet, muss sie nachweisen.
Gilt die NiSV auch für IPL-Haarentfernung? Ja. IPL fällt unter die Verordnung, auch wenn es sich um eine rein kosmetische Anwendung handelt.
Darf ich als Kosmetikerin Tattoos mit Laser entfernen? Nein. Die Laserentfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up ist Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Was droht bei einem Verstoß? Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Bei Behandlungen unter Arztvorbehalt kommen strafrechtliche Folgen nach dem Heilpraktikergesetz hinzu.
Dokumentiert Terminz meine NiSV-Behandlungen? Nein. Eine Behandlungsdokumentation gibt es in Terminz nicht.
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Dieser Beitrag gibt den allgemeinen Rechtsrahmen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.